Journal Article10.1055/s-0028-1143891
Charcot †
Charcot
- 24 Aug 1893
Vol. 19, pp 831-832
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TL;DR: Charcot's Tod war ein großer Verlust für die medicinische Welt. Er war ein herausragender Lehrer und Forscher, der die Medizin erheblich beeinflusste.
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Abstract: XVI. Charcot f. Professor Dr. Charcot ist plötzlich am 16. d. M. auf seinem 0-ute Morvan gestorben. Sein Tod ist ein herber und schmerzlicher Verlust für die gesammte medicinische Welt. Ihr war er einer der bedeutendsten Lehrer, der Wissenschaft einer der hervorragendsten Forscher, und der leidenden Menschheit diente er als einer der sorgsamsten und hingebendsten Aerzte. Auf den schwierigsten Gebieten der Medicin wirkte er grundlegend. Es bleibe einer eingehenden Schilderung seines Lebensganges vorbehalten, seine grossen Verdienste um die Wissenschaft und die Menschheit zu würdigen. Heute wollen wir nur seines gewichtigen Einwandes gedenken, mit welchem er warnend und klärend jenen Anschauungen über die Suggestion in ihrer Bedeutung als therapeutisches Agens gegenübertrat und die Suggestionsenthusiasten von ihrem Icarusfiuge wiederum auf den Boden ruhiger Beobachtung brachte. Unsere Wochenschrift hat die Genugthuung, dass seine diesbezüglichen Darlegungen im Jahre 1889 jener Zeit, in welcher man die überschwanglichsten Hoffnungen auf die Suggestionstherapie gesetzt hatte in einem an den Herausgeber gerichteten Briefe niedergelegt sind. Die nochmalige Publication seiner Ausführungen rechtfertigt sich durch die vollste Bestittigung, welche die Lehren Charcot's mehr und mehr erfahren haben. Sehr verehrter Herr College ! Sie fragen mich urn meine Ansicht über die Suggestion in ihrer Bedeutuflg als therapeutisches Agens. Zur Beantwortung dieser Frage bedürfte es eigentlich langer Auseinandersetzungen, doch hoffe ich. dass es mir gelungen ist , in diesen wenigen in der Eile geschriebenen Zeilen in allgemeinen Unirissen meine Anschauungen über den Gegenstand zu skizziren. Die Frage der Suggestionstherapie, insbesondere der Therapie durch hypnotische Suggestion, über welche Sie in erster Linie meine Meinung hören wollen, muss von versehienenen Gesichtspunkten aus betrachtet werden. Handelt es sich um eine jener psychischen Paralysen, deren Wesen und Entstehungsweise ich mich bemüht babe, aufzukiltren, um eine jener Paralysen, hei deren Auftreten die Einbildung eine grosse Rolle spielt paraly8i. dependent on idea", hystero-traumatisme so leuchtet es ein, dass alles, was die Einbildungskraft beeinflusst, auf dieselben eine hervorragende Wirkung ausüben kann. Diese Paralysen können, wie ich nachgewiesen habe, künstlich in der Hypnose herbeigeführt werden, es war daher a priori sehr wahrscheinlich, dass sie durch die Hypnose auch zum Schwinden gebracht werden köflnten. So schien es in der Theorie; wie verhält sich die Sache nun in der Praxis? Erweist sich die Suggestionsbehandlung in allen Fällen psychischer Paralyse wirklich so wirksam, wie man erwarten sollte? Ich kann darauf ohne Zögern mit nein antworten. Seit meinen ersten Untersuchungen über den Hypnotismus in der Salpêtrière haben wir die Hypnose oft mit Vortheil bei Kranken, welche für dieselbe zugänglich waren, angewandt, um sie von den verschiedenartigen Zufällen zu befreien, die täglich im Leben einer grande hystérique vorkommen (Contracturen, Paralysen, Neuralgieen etc.). Alles ging auf's beste1), und wir dachten fast, dass nichts leichter sei, als auf diese Weise alle hysterischen Affectionen sicher und augenblicklich zu beseitigen. Wir haben uns bald vom Gegent heil überzeugen infissen, und namentlich das Studium der Hysterie bei Männern hat jener IJiusion den Todesstoss versetzt. Wir haben gefunden. dass man eine ganze Zahl hysterischer Frauen mit ein cv'enig Beharrlichkeit in Hypnose versetzen und sie in dieseni Zustande von dem augenblicklichen Zufall befreien kann; bei einer Reihe anderer ist es ganz unmöglich, die. Hypnose hervorzubringen. Was dagegen das männliche Geschlecht anlangt, so muss dieser Satz umgekehrt werden: in der weitaus grössten Mehrzahl der Fälle ist es ausserordentlich schwierig, hysterische Männer zu hypnotisiren, und man kann hinzufügen, dass es häufig gefährlich, in den allermeisten Fällen aber nutzles ist. Gefährlich, denn mehr als einmal ist es uns passirt, dass wir bei dem Versuch, einen hysterischen Menschen einzuschläfern, Anfälle von Convulsionen provoeirten, und dass danach eine Neigung zu solchen Attaquen bestehen blieb, so dass der therapeutische Versuch, weit entfernt, dem Kranken zu nützen, ihm nur schadete: Ich habe ferner gesagt, dass die Hypnose bei Männern sehr häufig ohne Nutzen sei, in der That muss man wissen,
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